Brandversuch in der MFPA Leipzig: Holz im Feuertest

Die Frage nach der Widerstandsfähigkeit von Holz gegenüber Feuer und seiner Eignung für den Brandschutz im Bauwesen beschäftigt regelmäßig Bauherren, Architekten, Prüfingenieure und die Feuerwehr. Diese Fragen standen kürzlich im Mittelpunkt eines Brandversuchs an der Materialforschungs- und Prüfungsanstalt Leipzig (MFPA) am Standort Laue bei Delitzsch. In Anwesenheit von Vertretern der MFPA, der Feuerwehr Leipzig und dem Holzbaukompetenzzentrum Sachsen wurde der Test durchgeführt, nicht nur um die Feuerbeständigkeit von Holz zu prüfen, sondern auch um die Anliegen der Feuerwehr zu
berücksichtigen.

Ein Holzbauwandelement, bestehend aus einer 3 x 3 Meter großen Wandkonstruktion, wurde unter genormten Prüfbedingungen im Vertikalofen einem Feuertest unterzogen. Das Ergebnis: Die Wand hielt Temperaturen von über 1000 Grad Celsius stand und übertraf die geforderte Zeit von 60 Minuten. Selbst nach 100 Minuten war der Raumabschluss und die Standsicherheit des Elements noch gegeben. Die brandabgewandte Seite der Wand wie zudem noch unverändert Raumtemperatur auf.

Die Prüfung demonstrierte eindrücklich die Robustheit und geforderte Brandsicherheit von Holzmaterialien im Bauwesen. Angesichts des wachsenden Trends des Bauens mit Holz und der zunehmenden Bedeutung des Klimaschutzes, gewinnt die Verwendung von Holz als Baustoff immer mehr an Bedeutung. Insbesondere für mehrstöckige Gebäude bieten sich hier enorme Potenziale.

In diesem Zusammenhang ist die Neufassung der Sächsischen Bauordnung, verabschiedet am 1. Juni 2022 durch den Sächsischen Landtag, von großer Bedeutung. Diese erlaubt den Einsatz von brennbaren Baustoffen, einschließlich tragender, aussteifender und raumabschließender Bauteile aus Holz. Auch normalentflammbare Baustoffe für hinterlüftete Außenwandbekleidungen sind zulässig, mit Ausnahme von Dämmstoffen.

Sören Glöckner, Geschäftsführer Holzbau Kompetenz Sachsen GmbH: „Um den Einsatz von Holz im Bauwesen weiter voranzutreiben, ist die Zusammenarbeit vieler Akteure erforderlich. Bedenken und Herausforderungen müssen erkannt und gemeinsam angegangen werden, damit der Holzbau für alle Beteiligten von Nutzen sein kann. Der erste gemeinsame Brandversuch mit der Berufsfeuerwehr war ein wichtiger Schritt, weitere werden folgen. Durch die fortlaufende und enge Zusammenarbeit zwischen Forschungseinrichtungen, Bauunternehmen, Behörden und anderen relevanten Akteuren kann der Holzbau als nachhaltige und zukunftsfähige Bauweise fest etabliert werden.“

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