
Der Schulstandort der Grundschule Rückmarsdorf im Westen Leipzigs wird durch einen Erweiterungsneubau ergänzt und der denkmalgeschützte Bestandsbau von 1870 gleichzeitig modernisiert. Während der Neubau künftig als Lern- und Horthaus genutzt wird, ist für das historische Schulgebäude eine Umnutzung zum Kreativhaus vorgesehen. Ergänzt wird das Vorhaben durch eine Containerschule zur nterimsnutzung während der Bauzeit.
Der Erweiterungsneubau reagiert mit seiner gegliederten Kubatur auf die kleinteilige, dörflich geprägte Ortsstruktur Rückmarsdorfs. Vier aneinandergereihte, dreigeschossige Giebelhäuser bilden das neue Gebäudeensemble und interpretieren die ortstypischen Dachformen zeitgemäß. Zwischen Neubau und Altbau entsteht ein neuer Pausenhof, der den zukünftigen Schulcampus räumlich fasst und zugleich Sichtbezüge zur alten Dorfkirche ermöglicht.
Konstruktiv ist der Erweiterungsneubau als Holzhybridbau konzipiert. Zum Einsatz kommen unter anderem Holz-Beton-Verbunddecken, teilweise Stahl- und Stahlbetonstützen sowie Holzständerwände. Die Treppenhäuser werden aus Brettsperrholz beziehungsweise massiver Fichtenholzkonstruktion mit aufgesattelten massiven Holzstufen ausgebildet. Ergänzt wird das Konzept durch eine Holzvorhangfassade mit offener Holzlattung und gedämmten Holzrahmenelementen.
Zu den Besonderheiten des Projekts zählen brandschutztechnische Nutzungseinheiten ohne notwendige Flure in Form von Teilnutzungseinheiten beziehungsweise Clustern mit Rettungswegführung über Bypässe. Vorgesehen sind außerdem geneigte Sparrenpfettendächer mit Blechfalzdeckung unter Photovoltaikmodulen sowie extensive Gründächer auf der Nordseite. Energetisch ist das Gebäude auf den GEG-40-Energieeffizienzhausstandard ausgelegt. Die Wärmeversorgung erfolgt über eine Hybridlösung aus Sole-Wasser- und Luft-Wasser-Wärmepumpe sowie ergänzend über einen bestehenden Gasbrennwertkessel zur Abdeckung von Spitzenlasten.
Bauherrschaft: Stadt Leipzig, Amt für Gebäudemanagement
Architektur: Kersten Kopp Architekten GmbH
Statik: Henneker Zillinger Ingenieure
Brandschutzplaner: IBB Ingenieurbüro Bautechnischer
Haustechnik: Eichhorn Glathe Schröder GmbH
Nutzungsfläche (NUF): 2.380 m²
Fotos: Kersten+Kopp Architekten GmbH