
Die Stadt Rothenburg in der Lausitz errichtete für die ortsansässigen Vereine ein neues Bürgerhaus. Der Neubau ist als eingeschossiger Baukörper mit den Abmessungen von 37,40 Meter mal 27,20 Meter konzipiert. Das Gebäude ist nicht unterkellert und wurde mit einem Flachdach ausgeführt.
Die Erschließung erfolgt über einen großzügigen Gebäudeeinschnitt an der dem Straßenraum zugewandten Seite gegenüber der Martin Ulbrich Straße. Dieser Einschnitt formuliert eine klare Adresse und unterstreicht den pavillonartigen Charakter des Baukörpers.
Das Raumprogramm gliedert sich funktional in unterschiedliche Nutzungsbereiche. Entlang der Südseite des Gebäudes sind in direkter Zuordnung zur Foyerzone die individuell nutzbaren Vereinsräume angeordnet. Deren Lage, Größe und Ausstattung wurden in enger Abstimmung mit den zukünftigen Nutzern entwickelt und festgelegt. Auf der Nordseite befindet sich ein multifunktional nutzbarer Saal mit einer Kapazität von bis zu 199 Besuchern, der für gemeinschaftliche Veranstaltungen vorgesehen ist.
Die benachbarte Kindertageseinrichtung ist über einen Verbindungsgang räumlich an das Bürgerhaus angebunden, wodurch Synergien in der Nutzung ermöglicht werden. Ergänzt wird das Raumangebot durch einen Küchenbereich, Sanitäranlagen sowie weitere notwendige Nebenräume. Darüber hinaus ist eine großzügige Lagerhalle Bestandteil des Raumkonzeptes.
Ein wesentliches Ziel der Planung war die Ausbildung eines vollständig eingeschossigen Gebäudes, um eine barrierefreie und damit uneingeschränkt zugängliche Nutzung für alle Bürgerinnen und Bürger zu gewährleisten.
Die Energieversorgung erfolgt über eine Sole-Wasser-Wärmepumpe. Auf der Dachfläche ist eine Photovoltaikanlage installiert. In Verbindung mit einer hochwertigen, wärmebrückenoptimierten Dämmung der Gebäudehülle wird ein insgesamt niedriger Energiebedarf und damit ein wirtschaftlicher Betrieb erwartet.
Konstruktiv wird das Gebäude in Holzbauweise errichtet und nimmt Bezug auf die regionale Bautradition moderner Holzbauten in der benachbarten Stadt Niesky. Die tragenden Außen und Innenwände sind als Holzständerkonstruktionen ausgebildet und mit Zellulose gedämmt. Das Dachtragwerk besteht aus Brettschichtholz sowie Vollholzträgern.
Auch im Innenausbau wurde konsequent auf nachhaltige Materialien gesetzt. Die Bodenbeläge werden überwiegend als Linoleumbeläge ausgeführt, während für die abgehängten Decken Holzwolleleichtbauplatten vorgesehen sind. Die Fenster sind als Holz Aluminium Konstruktionen ausgebildet und verfügen über außenliegenden textilen Sonnenschutz zur Reduzierung sommerlicher Wärmeeinträge. Innentüren sowie Einbaumöbel werden größtenteils in Eichenholz ausgeführt und tragen zur hochwertigen und langlebigen Innenraumgestaltung bei.
Bauherrschaft: Stadt Rothenburg, Oberlausitz
Architektur: dd1 architekten
Statik: Ingenieurbüro Vogel
Brandschutzplaner: dd1 architekten
Haustechnik: C+E
Nutzungsfläche (NUF): 1012 m²
Fertigstellung: 2026
Fotos: dd1 architekten